Willkürurteil gegen christliche Anwältin in Ägypten PDF Drucken E-Mail
Verfolgte Christen
Geschrieben von: Admin   
Freitag, 08. Mai 2009 um 17:33

Frankfurt am Main. Mervat Ragey Iskander, koptische Anwältin im oberägyptischen Abu Qurgas, ist zu sechs Monaten Gefängnis und einer Bürgschaft in Höhe von 3000 ägyptischen Pfund (600 Franken) verurteilt worden.

Das entspricht etwa vier mittleren Monatseinkommen. Die Anwältin hatte sich gegen die erniedrigende Behandlung durch die Polizeibehörde und einen Richter zur Wehr gesetzt, berichtete die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Nachdem Frau Ragey Iskander öffentlich der Polizei, Anwälten und Richtern Verbindungen zur Muslimbruderschaft vorgeworfen hatte, wurde sie am 22. Januar 2009 von zwei Anwälten, die der mächtigen Islamisten-Organisation nahestehen sollen, körperlich angegriffen. Die Männer belästigten sie sexuell, rissen ihr Kleidungsstücke vom Körper, schlugen sie, stahlen ihren Ausweis und liessen sie schließlich bewusstlos zurück. Sie musste im Spital behandelt werden. Am 28. Januar wurde Frau Ragey Iskander ein weiteres Mal angegriffen.

Die junge Anwältin ging an die Öffentlichkeit, schilderte den genauen Tathergang und die Verbindungen von Polizeioffizieren zur Muslimbruderschaft. Die Polizei setzte sie daraufhin noch im Krankenhaus massiv unter Druck, ihre Aussage „zu überdenken". Ihre Krankenakte und der Bericht über ihre Verletzungen verschwanden aus dem Krankenhaus und sind unauffindbar. Gegen die erniedrigende und einschüchternde Behandlung protestierte Frau Ragey Iskander beim Generalstaatsanwalt in Kairo.

Die IGFM verurteilte das Vorgehen der ägyptischen Behörden und forderte den ägyptischen Justizminister Mamdouh Moheiddin Marei auf, den Fall neu zu verhandeln und die Übergriffe unverzüglich aufzuklären.


Quelle: IGFM/Livenet.ch, 18.03.2009