| Ägiypten - Blogger nach 22 Monaten in Haft frei |
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| Verfolgte Christen | |||
| Geschrieben von: Admin | |||
| Samstag, 21. August 2010 um 12:28 | |||
Hani Nazir sass seit Oktober 2008 in Haft, obwohl keine Anklage gegen ihn erhoben wurde. Das Notstandsrecht von Mubaraks Regime machts möglich. Der Vorwurf, Nazir habe den Islam verleumdet, war fabriziert.
Eine Anklage wurde nicht erhoben, doch blieb der 31-jährige Schulsozialarbeiter und christliche Publizist fast zwei Jahre hinter Gittern. Er hatte in seinem Weblog «Der Prediger der Liebe» einen Link zu einer koptischen Website gesetzt, welche auf die Kopie eines Buchs verwies, welches dem Christen-feindlichen Roman «Azazil» entgegnete. Der ägyptische Autor des Romans gewann Buchpreise – der Verweis auf die koptische Website, auf der es den Link zur Kritik des Buchs gab, kostete Nazir die Freiheit. Mit Verurteilten in einer ZelleNazir wurde gemäss einem Bericht des Informationsdienstes Compass Direct zuerst in Isolationshaft gehalten und mehrfach verlegt. Seine Familie hatte keine Kenntnis von ihm. Später sass er mit 30 verurteilten Schwerverbrechern ein. Mehrmals wurde er von ihnen gedrängt, zum Islam überzutreten. Geheimpolizisten verhörten ihn und setzten ihn unter Druck: Er sollte sich als der (bisher anonyme) Autor des Gegenbuchs zu Azazil outen. Sein Glaube sei in dieser Zeit stärker geworden, sagte er nach der Freilassung am 22. Juli 2010, die aufgrund neuer Bestimmungen im 1981 verhängten Notstandsrecht erfolgte. Link zur Seite mit dem LinkNazir hatte es gewagt, Menschenrechtsfragen online zu thematisieren und die ständig zunehmende Islamisierung der ägyptischen Gesellschaft zu kritisieren. Auch die Bereitschaft von koptischen Geistlichen zu politischen Stellungnahmen nahm er aufs Korn. Doch gefährlich wurde es erst, als jemand in seinem Dorf in Oberägypten Ende August 2008 bei ihm den Link zur Site mit dem Azazil-Link entdeckte. Junge Muslime begannen gegen ihn zu hetzen, demonstrierten auf den Strassen und beschimpften Kopten. Der Vermittlungsversuch eines Priesters am Ort scheiterte. Nazir verbarg sich in einem nahegelegenen Kloster. Darauf verhaftete die Geheimpolizei zwei seiner Verwandten und verhörte sie, um seinen Aufenthaltsort zu erfahren. Schliesslich stellte er sich, damit sie freikamen. Quelle: Livenet / Compass Direct
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