Iran spricht angeklagte Christinnen frei PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Admin   
Montag, 31. Mai 2010 um 16:33

Teheran (idea) – Zwei iranische Christinnen, die fast neun Monate wegen ihres Glaubens in Haft waren, sind am 22. Mai von allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Sie haben inzwischen das Land mit unbekanntem Ziel verlassen.

Der 28-jährigen Maryam Rostampour und der 31-jährigen Marzieh Amirizadeh waren „Abfall vom Islam“, staatsfeindliche Aktivitäten und die Teilnahme an illegalen Versammlungen vorgeworfen worden. Damit sind in der Islamischen Republik christliche Untergrundgemeinden gemeint. Die beiden Frauen saßen im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Am 18. November 2009 waren sie unter Auflagen freigelassen worden. Im Mai 2009 hatten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Rostampour und Amirizadeh als „Gefangene des Monats“ benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Die beiden Frauen litten unter fieberhaften Infektionen und anderen Erkrankungen. Sie mussten sich eine Gefängniszelle mit 27 weiblichen Gefangenen teilen. Im August waren sie bei einem Verhör gedrängt worden, ihrem Glauben abzuschwören. Sie antworteten: „Wir lieben Jesus. ... Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen.“ Das Hilfswerk Elam (Godalming/Südengland), das sich für Christen im Iran einsetzt, sorgte jetzt dafür, dass sie unmittelbar ins Ausland reisen konnten. Ihr Aufenthaltsort wurde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben. Wie das Hilfswerk weiter mitteilt, bedankten sich die beiden Frauen für die Fürbitte von Christen aus aller Welt. Rostampour erklärte, sie werde zu gegebener Zeit über ihre Erfahrungen in der Haft berichten. Von den 74 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Muslime, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

 

Iran: Pastorenehepaar überraschend freigelassen

Isfahan (idea) – Im Iran ist ein evangelikales Pastorenehepaar überraschend aus der Haft entlassen worden. Pastor Hamid Shafiee konnte gegen Zahlung einer Kaution das Dastgerd-Gefängnis in Isfahan am 19. Mai verlassen; seine Ehefrau Reyhaneh Aghajari war bereits drei Tage zuvor freigekommen.

Das berichtet das Hilfswerk Middle East Concern (Loughborough/Mittelengland). Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hatten die beiden Christen als „Gefangene des Monats Mai“ benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Beiden gehe es gut, und sie befänden sich jetzt bei ihren erwachsenen Söhnen, hieß es weiter. Es sei eine „hohe Kaution“ gezahlt worden. Der Betrag wurde nicht genannt. Die beiden Christen waren am 28. Februar in ihrem Haus in Isfahan von 20 Polizisten verhaftet und in Handschellen abgeführt worden. Das Ehepaar war vor etwa 15 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Nach Angaben christlicher Kreise im Iran waren beide bereits mehrfach von den Behörden schikaniert worden. Pastor Shafiee leitet eine Hausgemeinde ehemaliger Muslime. Als die Familie des Ehepaares wegen der Verhaftung beim Justizministerium nachfragte, hieß es, dass ein Prozess beim Revolutionsgericht vorbereitet werde.

Anklage vom Tisch?

Nach Angaben von Middle East Concern steht noch nicht fest, ob der Pastor und seine Frau sich noch vor Gericht verantworten müssen oder ob mit der Freilassung auch die Gründe für die Anklage entfallen sind. Dies bleibe ein Gebetsanliegen. Auch sechs andere Evangelikale waren vor kurzem gegen Kaution aus dem Gefängnis frei gekommen; zwei befinden sich weiter in Haft. Nach Angaben der IGFM hatte das Paar lediglich die Menschenrechte auf Meinungs- und Religionsfreiheit ausgeübt. Der Iran hat den rechtsverbindlichen „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert, der Religionsfreiheit garantiert. Von den 74 Millionen Einwohnern des Landes sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Muslime, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

Quelle: idea.de