Afghanistan: Ziviler Aufbau trägt Früchte PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Admin   
Montag, 02. August 2010 um 15:34

Kabul/Braunschweig (idea) – Während die militärische Lage in Afghanistan zur Sorge Anlass gibt, trägt der zivile Aufbau an einigen Stellen buchstäblich „Früchte“. Ihre erste Ernte fahren die Mitglieder einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Saadat in der Provinz Herat ein.

23 Familien – aus dem Iran zurückgekehrte Kriegsflüchtlinge – gründeten im vorigen Jahr mit dem internationalen christlichen Hilfswerk Shelter Now die Kooperative. Heute wirtschaften 45 Haushalte gemeinsam. Zuvor hatten die Männer und Frauen an einem Schulungsprogramm in Landwirtschaft und Gartenbau teilgenommen. „Dank einer Grundausstattung mit Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten und einer Bewässerungsanlage bauen sie sich nun eine eigene Existenz auf“, berichtet der deutsche Shelter-Now-Direktor Udo Stolte (Braunschweig). Inzwischen ist erste Weizenernte eingefahren. Das Getreide soll eingelagert und später verkauft werden, wenn bessere Preise erzielt werden können. Auf den abgeernteten Feldern werden nach der Bodenbearbeitung Bohnen, Karotten und Kreuzkümmel angebaut. Begonnen hat inzwischen auch die Gemüseernte: Zucchini, Auberginen, Tomaten und Kürbisse werden der Wüste abgetrotzt, ebenso Gurken, Zwiebeln, Melonen und Mais. Davon versorgen sich die Familien selbst und verkaufen den Überschuss in den umliegenden Dörfern. Die Angehörigen der Agrarkooperative investieren mutig in ihre Zukunft: Die einfachen Gerätschaften, die sie als Starthilfe erhielten, haben sie verkauft und sich unter anderem eine Dreschmaschine und einen Traktor angeschafft. „Aus Individualisten sind überzeugte Genossenschafter geworden“, freut sich der deutsche Agrarexperte Ewald Göttler, der für Shelter Now das Projekt begleitet. Derzeit bewirtschaftet die Kooperative von Saadat 30 Hektar Pacht- und 10 Hektar Regierungsland. Die Provinzregierung von Herat stellt  aufgrund der positiven Ergebnisse des Projekts jetzt 400 Hektar fast kostenlos zur Verfügung, um die Fläche landwirtschaftlich zu entwickeln. Shelter Now ist seit 1988 mit einer eigenen Organisation in dem Land tätig und betreibt Projekte zur medizinischen Versorgung, zur Schulbildung und zum Wiederaufbau der Landwirtschaft.

 

Quelle: idea.de