Gewalt gegen Christen in Indien PDF Drucken E-Mail
Verfolgte Christen
Geschrieben von: Admin   
Montag, 31. Mai 2010 um 16:31
Jede Woche kommt es in dem Riesenland zu Angriffen auf Christen. In manchen Gebieten verweigert die Polizei ihnen die Hilfe. Verschiedene Vorfälle der letzten Wochen dokumentieren diese Tendenz.

Am Sonntagabend, 2. Mai, Christen zeigten in dem Dorf Laksmanpur die indische Fassung des Jesus-Films. Da stotterte der Generator. Ravi Murmu (30), der zum Team gehörte, ging weg, um das Problem zu beheben. Er kam nicht mehr zurück. Am folgenden Tag wurde seine Leiche gefunden. Murmu arbeitete als Evangelist für die «Brüderkirche». Was zur Tat geführt haben könnte, ist unbekannt. Zwei Verdächtige wurden verhaftet. Laksmanpur liegt bei Jamalpur im Gliedstaat Bihar.

Überfall auf Geburtstagsfeier
Zu einer Geburtstagsfeier für den Sohn eines Professors traf sich eine Anzahl Christen am Abend des 6. Mai. Die Feier fand in der Millionenstadt Kanpur im nordindischen Gliedstaat Uttar Pradesh statt. Plötzlich stürmten mehrere Dutzende Hindu-Fanatiker die Kirche. Einem Bericht zufolgen zerrten sie Pastor Dalayu ins Freie und schlugen ihn zusammen. Seine Frau beschimpften sie als Prostituierte und behaupteten, sie handle mit Mädchen. Der 16-monatige Sohn des Pastorenehepaars wurde am Genick gepackt. Die Christen hatten den Eindruck, die Angreifer wollten den Professor und den Pastor kidnappen.

Der Überfall sei laut jenem Bericht von Medienleuten beobachtet worden, welche zuvor die Angreifer eigens informiert hatten. Die Polizei nahm zwei Personen fest, liess sie später aber wieder frei. Als Dalayu und der Professor auf der Polizeistation Anzeige erstatten wollten, erschienen einige der Fanatiker in Begleitung von Politikern und brachten sie davon ab. Der Gesamtindische Christenrat AICC meldet diesen Vorfall auf seiner Infoseite. Er will nun in Kanpur leitende Christen im Umgang mit solchen Übergriffen schulen, damit die Täter nicht mehr ungeschoren davonkommen.

125 Personen aus dem Bus heraus verhaftet
Am 2. Mai waren 125 Christen in der Nähe von Mysore im Süden Karnatakas unterwegs zu einer Gebetskonferenz in der Stadt Hunsur. Militante Hindus der Jugendorganisation Bajrang Dal bedrängten die Polizei, sie aus den Bussen heraus zu verhaften. Die Hindu-Aktivisten hatten behauptet, die Christen hätten es auf die Bekehrung von Hindus abgesehen.

Christliche Vertreter bemühten sich um die sofortige Freilassung der Christen. Der Allindische Christenrat verurteilte die Willkür der Polizei im Gliedstaat Karnataka. Seit vor zwei Jahren die nationalistische Hindupartei BJP die Regierung übernahm, hat die Diskriminierung und Verfolgung von Christen massiv zugenommen.

Quelle: Livenet / AICC
Datum: 19.05.2010